Die größte Macht des Sektenmitglieds ist seine Ausstiegsoption!
(Leitspruch der KAB - Konsultation der Aussteigerbewegungen - 2001)

Wir bieten nicht nur Informationen aus erster Hand, sondern helfen Ausstiegswilligen, Aussteigern, Eltern und anderen Betroffenen. Aber auch “Einsteiger” können bei uns Argumente gegen eine Mitgliedschaft im Erfahrungsaustausch mit Betroffenen bekommen. Entscheiden muß jedoch jeder für sich ...


 

Ausstiegs-Praxis

Offensichtlich ist den wenigsten getauften Mitgliedern der ICOC bewußt, daß sie als Mitglieder der „Gemeinde“ gleichzeitig auch Mitglieder eines eingetragenen Vereins geworden sind. Das ist in Deutschland von Beginn an so gewesen.

Die „weltliche“ Organisationsform des Vereins wurde sicher in erster Linie gewählt, damit auf legale Weise Gelder kassiert und verwaltet werden können. Ein eingetragener Verein kann haupt- oder nebenberufliche Mitarbeiter beschäftigen und entlohnen.

Nach dem deutschen Vereinsrecht ist eine schriftliche Beitrittserklärung nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch bei seriös arbeitenden Vereinen selbstverständlich. Dazu gehört auch die Herausgabe der Satzung.

Wer nun den Entschluß gefaßt hat, einen anderen Weg des Christseins einzuschlagen, als der, der von der ICOC auf dem „Markt der Weltanschauungen“ angeboten wird, der sollte unbedingt folgendes beachten und beherzigen:

  • Erkläre deinen Austritt aus dem Verein unbedingt schriftlich! Der Verein heißt „Internationale Gemeinde Christi e.V.“ und ist beim Amtsgericht Charlottenburg im Vereinsregister unter VR 12 460 NZ eingetragen. Das Original des Schreibens unbedingt an den Verein - ggf. per Einschreiben mit Rückschein - schicken. Anschrift (Stand 9/2002): Internationale Gemeinde Christi e.V., Vorstand, Wolframstraße 43, 12105 Berlin. Ergänzend kann vorab oder parallel eine Mail an berlin@igchristi.org gesandt werden.
     
  • Eine Kopie sollte daneben auf jeden Fall an das Amtsgericht Charlottenburg geschickt werden. Anschrift: Amtsgericht Charlottenburg, Vereinsregister, VR 12460 NZ, Amtsgerichtsplatz 1, 14057 Berlin. Das bewirkt zwar zunächst nicht viel, jedoch werden alle Schreiben in der Akte chronologisch abgeheftet. Da es sich beim Vereinsregister um ein öffentliches Register handelt, kann jeder die Akten einsehen.
     
  • Weitere Kopien kannst du an deinen Jüngerschaftspartner, Bibelkreisleiter oder andere Mitglieder weitergeben. Es kann nämlich sein, daß der Vereinsvorstand den Mitgliedern etwas anderes über deinen Austritt/Ausstieg erzählt.
     
  • In der Austrittserklärung solltest du die „Gemeinde“ auffordern, es zu unterlassen, dich zu besuchen, anzurufen, anzuschreiben oder anzusprechen. Du mußt schon damit rechnen, daß dich deine „besonderen Freunde“ (eine Zeit lang) behelligen, denn man wird versuchen, dich wieder umzustimmen. Das kann gerade in der ersten Zeit sehr lästig und ärgerlich sein.
     
  • Es ist nicht zu empfehlen sich auf Gespräche oder Diskussionen mit Mitgliedern über deine Entscheidung einzulassen. Schon gar nicht, wenn plötzlich der Bibelkreisleiter oder gar ein Mitglied der Führungsetage bei dir auftaucht. Die ICOC verfolgt nur das eine Ziel, dich wieder in die „Gemeinde“ zurück zu holen!’
     
  • Wenn es sich nicht vermeiden läßt, daß Mitglieder in deiner Nachbarschaft wohnen, an deiner Uni studieren oder in der selben Firma arbeiten, dann versuche damit ganz locker umzugehen. Du bist diesen Menschen gegenüber zu nichts verpflichtet. Freundlich guten Tag und guten Weg zu wünschen dürfte dir nicht schwerfallen.
     
  • Wenn du möchtest kannst du einzelne Gründe für den Austritt nennen, wie z.B.: „Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden.“ - „Ich distanziere mich von der Lehre (Ideologie) der ICOC.“ - „Ich möchte zukünftig meinen christlichen Glauben freiheitlich und souverän leben.“ - „Ich lehne es ab, mich dem Verein bzw. einzelnen Verantwortungsträgern unterordnen zu müssen.“ usw. Es ist aber völlig in Ordnung keine Gründe zu nennen, denn du mußt dich gegenüber der ICOC in keiner Weise für deine höchstpersönliche Entscheidung rechtfertigen.

Schließlich kannst du noch juristische Schritte (Anwalt, Gericht, Unterlassungsklage) ankündigen, wenn die ICOC deine Entscheidung nicht respektiert und akzeptiert.

Mache dir deutlich klar, daß die Freundschaften bzw. Beziehungen zu aktiven Mitgliedern der ICOC nicht mehr funktionieren, wenn du nicht mehr Mitglied der „Gemeinde“ (des Vereins) bist. Unbestritten werden einige dieser „Freunde“ wirklich sehr traurig sein, doch sie können bzw. dürfen dich und deine Entscheidung nicht verstehen. Denn es besteht die Gefahr, selbst Zweifel zu bekommen und eine Entscheidung für einen anderen Weg zu treffen. Daran hat die (Vereins-) Führung natürlich kein Interesse.

Mache dir deutlich bewußt: Jeder, der den Verein verläßt, zahlt keine Kollekte (besser Versteckter Mitgliedsbeitrag) mehr! Geld spielt nämlich in der Organisation ICOC eine kapitale Rolle.

Wenn möglich binde so viele Leute wie möglich mit ein, die dir nahestehen und mit der ICOC nichts zu tun haben. Gerne helfen dir natürlich auch die AussteigerInnen der ICOC, die sich in der Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden haben.

Helmut Schmidt / 9/02

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Gute Gründe für einen Ausstieg

Die menschenverachtende Ideologie der ICOC ist darauf ausgerichtet, Dir alleine den Gedanken an einen Ausstieg zu Hölle zu machen. Ein Weggang muss zwangsläufig zum Albtraum werden. Dieses böse Spiel mit Deinen Empfindungen und Ängsten wird schonungslos betrieben – auch und gerade von Deinem Jüngerschaftspartner.

Das stimmt nicht! Tausende von Ex-Mitgliedern weltweit sind der lebende Beweis. Niemand ist in der Hölle gelandet. Lass Dich nicht auf dieser Ebene von der Organisation ICOC einschüchtern und mach von Deinem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch! Lass Dir vor allen Dingen nicht verkaufen, Deine Zweifel, Deine Bedenken oder einfach ein merkwürdiges Gefühl sei von Satan, der Dich von Gott wegbringen will.

Aus Ausstieg aus einer konfliktträchtigen Glaubensgemeinschaft wie der ICOC vollzieht sich regelmäßig nicht überstürzt und unvorbereitet. Es können drei Wege unterschieden werden:

Distanzierung
Häufig sind Ereignisse innerhalb der Gruppe vorausgegangen, die das betreffende Mitglied verunsichert und nachdenklich gemacht haben. Es kann sich neben konkreten Zweifeln an der Richtigkeit der Bewegung bzw. der Bibelinterpretation auch zunächst um nicht sehr bedeutende Merkwürdigkeiten, wie

  • Reaktion oder Nichtreaktion aus der Gruppe auf kritische Fragen,
  • Sanktionierung wegen Zuspätkommens zu Veranstaltungen,
  • extrem unterwürfiges Verhalten von Frauen („Schwestern“),

handeln. Es können aber auch deutliche Abweichungen von gewohnten und bekannten Lebensmustern und Verhaltensweisen sein (Partnerzuweisung, kontrollierte Sexualität, Umgang mit Kritik, Unterwerfung unter den Jüngerschaftspartner usw.), die zu einer Distanzierung führen.

Man braucht einfach Abstand, um das Geschehene verarbeiten zu können. Erste Reaktionen können das Fernbleiben von Veranstaltungen der Gemeinde sein, der Einsatz von Notlügen bei Fragen durch den Jüngerschaftspartner „Hast Du denn heute Deine Kraftzeit gemacht?“, „Was hast Du in der Bibel gelesen?“, „Wo hast Du heute Deinen Glauben mitgeteilt?“, „Mit wem warst Du einladen?“ usw.

Die Gruppe reagiert auf eine solche Distanzierung mit teils vehementen Versuchen, das betroffene Mitglied so eng wie möglich in die Gemeinschaft einzubeziehen, um vor allen Dingen herausfinden zu können, was das zweifelnde Mitglied bewegt. Stereotyp wird der Person als Ursache eine „mangelnde Nähe zu Gott/Jesus“ und die „Einflussnahme des Teufels“ vorgehalten. Abhilfe kann hier nur die Gemeinde schaffen („Du brauchst jetzt unbedingt die Gemeinde“), die durchaus bis hinauf zum Gemeindeleiter möglichst viele Personen mobilisiert. Das Mitglied erhält dann Anrufe, in denen großes Interesse bekundet wird, sich zu treffen oder „mal wieder etwas zusammen zu unternehmen“.

Austritt
Der erklärte Austritt aus der Gemeinde (dem Verein) setzt schon eine starke Entschlossenheit voraus und folgt häufig einer Information durch Personen außerhalb der Gruppe (staatliche/kirchliche Sektenbeauftragte, Aussteiger, Selbsthilfegruppen usw.) oder durch Zeitungsartikel bzw. anderen Veröffentlichungen. Im Gegensatz zur Distanzierung liegt hier bereits die Erkenntnis vor, dass es sich bei der ICOC um eine christliche Sekte oder religiöse Extremgruppe handelt oder zu mindestens um eine konfliktträchtige Glaubensgemeinschaft. Während bei der Distanzierung noch Kontakte zu den Gruppenmitgliedern vorhanden sind und auch noch (eingeschränkt) wahrgenommen werden, möchte das zum Austritt entschlossenen Mitglied zumeist nicht mehr mit Gruppenmitgliedern sprechen oder sich mit ihnen auseinandersetzen. Hier ist dann unter Umständen die Einschaltung einer (neutralen) Person des Vertrauens gefordert, wenn es beispielsweise um den Auszug aus der Gemeinde-WG oder andere persönliche Dinge geht, bei denen ein Kontakt zur Gemeinde hergestellt werden muß.

Ausschluß
Ganz überraschend wird ein solcher „Rausschmiss“ allerdings nicht kommen. Ein Grund könnte auch die vorangegangene Distanzierung sein. Im Vorfeld wird zu mindestens (ausdauernd) versucht, das betroffene Mitglied wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Im Sprachgebrauch der ICOC heißt dies: „zur Umkehr zu bewegen und wieder eine Nähe zu Gott/Jesus herzustellen“. Eine Umkehr setzt natürlich ein sündhaftes Verhalten oder Leben voraus. Wird die Sünde durch die Gruppe erkannt oder gar erst enttarnt (z.B. Freundin/Freund außerhalb der Gruppe, nicht ideologiekonformes Sexualverhalten, Kontakt zu Aussteigern, Übung von Kritik („Ketzerei“), Homosexualität, mangelnde Bereitschaft zur Unterordnung („Rebellion“) oder auch Drogenkonsum usw.), erfolgt zunächst in der Jüngerschaftsbeziehung eine Konfrontation. Wenn das nicht fruchtet, dann können die Umkehrgespräche bis hinauf zum Gemeindeleiter gehen (in München ist im Herbst 1997 sogar der Weltsektorenleiter, Randy McKean, eigens dazu angereist).

In allen Fällen kann nicht vorausgesehen werden, wie die in der Gruppe verbleibenden Mitglieder (die den Aussteiger persönlich kennen) darauf langfristig reagieren. Ein Ausstieg kann nicht für die Gruppe unbemerkt bleiben, gerade dann, wenn es sich noch um eine überschaubare Zahl von Mitgliedern handelt. In jedem Fall wird recht bald durch die Leitung auf einen Ausstieg reagiert. Es werden genau die Gründe angeführt, die bei den übriggebliebenen Mitgliedern die eigene Angst vor einem Ausstieg schüren, enorm verstärken bzw. festigen. In jedem Fall sind die Ursachen nicht innerhalb der Gemeinde zu suchen. Wie bereits erwähnt, wird gerne der Teufel als Urheber des „Abfalls“ mit ins Spiel gebracht.

Eine Standardreaktion der ICOC sieht so aus: „Wir akzeptieren die Entscheidung des Mitglieds, nicht mehr als Christ leben zu wollen.“ Dem Aussteiger wird also direkt unterstellt, vom Glauben an Gott abgefallen zu sein. Das es sich hier um Entscheidung gegen die Gemeinschaft bzw. die Organisation handelt, wird völlig ausgeblendet.

Es ist nunmehr offensichtlich, dass die ICOC in Deutschland sog. „Marking-Lists“ nach amerikanischem Vorbild führt. In solche „Markierungslisten“ werden diejenigen Ex-Mitglieder aufgenommen (in Einzelfällen angeblich sogar mit Foto, nicht wahr Thomas Herrmann), die nach Auffassung der Leiter eine „Gefahr“ für Mitglieder darstellen. Kontakte in jeglicher Form mit diesen Menschen wird verboten.

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