Woher kommt die Boston-Bewegung? Wann und von wem wurde die ICOC gegründet? Wo findet man die ICOC? Wer ist der geistige Führer? Wie wird die ICOC beurteilt? Gibt es AussteigerInnen und warum? ...

Viele Fragen - hier gibt es Antworten!


Eine Studie einrichten

Wie wird man Mitglied der ICOC?

Wie funktioniert das Bibelstudium?

Warum gibt es in der ICOC Singlewohngemeinschaften?

Folge ich Kip McKean oder Gott?

Wo sind die Jünger von Kip McKean?

Wie finanzieren sich die ICOC?

Jüngerschaftspartner - Freund oder Informeller Mitarbeiter (IM)?

Wer ist Führer der ICOC?

Gibt es eine Informationspolitik?

Wann ist die ICOC nach Deutschland gekommen?

Aus dem Heft “Grundlagen der Bibel - Der Anker des Lebens”, Seite 11, ADL Verlag/München

 

Eine Studie einrichten

Die ICOC führt ihre Mitglieder mit einem vorgegebenen und strukturierten "Programm" zur Taufe. Das harmlos klingende "Bibelstudium" ist der hochgradig manipulative Zentralteil der Anwerbemethodik. Es führt schrittweise und dadurch unbewusst in eine Abhängigkeit von dieser Gruppe mit gravierenden Folgen.

In Deutschland wurden/werden zwei "Leitfäden" für das Bibelstudium benutzt. Es handelt sich um Adaptionen aus dem amerikanischen Brevier "Making Disciples". In Berlin heißt der Leitfaden "Machet zu Jüngern", der 1994 von der "Gemeinde Jesu Christi Berlin e.V." herausgegeben wurde und heute angeblich nicht mehr verwendet wird.

(Anmerkung: Die nachfolgenden Zitate stammen alle aus dem Leitfaden "Machet zu Jüngern". Ich bin mir sicher, dass er noch immer verwendet wird - auch wenn nicht in gedruckter Form.)

Am Anfang der Kontaktaufnahme steht das Bekenntnis zu Gott, Jesus und die Bibel durch den Werber ("Erzähle von dir, deine Bekehrung, wie du warst, bevor du ein Christ wurdest, warum du Christ geworden bist"). Es folgen nun eine Reihe von Fragen, die in das weitere Gespräch eingearbeitet werden sollen:

  • Glaubst du an den Gott der Bibel?
  • Glaubst du, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Gott im Fleisch?
  • Glaubst du, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat?
  • Glaubst du, dass die Bibel das Wort Gottes ist? Dass du danach ausgerichtet wirst?
  • Hast du in der Bibel gelesen? Wieviel? Wann?
  • Hältst du dich für einen Christen?
  • Glaubst du an Himmel und Hölle?
  • Glaubst du, dass du in den Himmel kämest, wenn du jetzt sterben würdest?
  • Möchtest du Christ werden?

Die neu geworbenen Mitglieder werden danach zunächst in zwei Kategorien eingeteilt:

1 - Person glaubt an Gott, Jesus und die Bibel

2 - Person glaubt nicht an Gott, Jesus und die Bibel

Nach dem Erstkontakt wird schnell abgecheckt, in welche Kategorie die betreffende Person gehört. Danach richtet sich die weitere planmäßige Vorgehensweise.

Es wird das folgende "Angebot" gemacht: Würdest du gern alle 3 - 7 Tage mit mir in der Bibel lesen? Dann kannst du eine Entscheidung über Jesus/dein Leben fällen. Gib ihm/ihr einen allgemeinen Überblick über die Studien. Antwort/Entscheidung - NEIN: Komm weiterhin zum Bibelkreis/Gottesdienst und lies weiter in der Bibel.

Antwort/Entscheidung - JA: Lies mindestens das Johannes Evangelium bis zu unserem nächsten Treffen. Macht ab, wann ihr euch das nächste Mal trefft, bevor ihr auseinandergeht. Schlag vor, das Buch "Die Logik des Glaubens" von D.Rhoton zu kaufen und zu lesen. Sie sollen zum Bibelkreis/Gottesdienst kommen.

Lässt sich die neugeworbene Person darauf ein, mit den Mitgliedern der ICOC in der Bibel zu lesen, dann wird eine "Studie eingerichtet". Die klassische Reihenfolge der Studienabschnitte sieht wie folgt aus:

  • Wer ist Jesus?
  • Das Wort.
  • Ein Jünger Jesu.
  • Verfolgung.
  • Das Reich Gottes.
  • Sünde.
  • Umkehr.
  • Das Kreuz.
  • Taufe.
  • Die Gemeinde.
  • Jesus als Herr.
  • Andere nach Bedarf bzw. Wiederholungen
  • Taufentscheidung (Möchte er/sie Christ werden?) in Verbindung mit der Studie "Kosten überschlagen"

Innerhalb der Studienabschnitte geht es um "Themen" wie "Gott suchen", "Die Person Jesus", "Die Eigenschaften Jesus", "Die Auferstehung Jesu", "Das Wort Gottes", "Ein Jünger Jesu", "Verfolgung", "Das Kommen des Reich Gottes", "Sünde", "Umkehr", "Das Kreuz", "Taufe/Bekehrung", "Die Gemeinde", "Jesus als Herr", "Die Kosten überschlagen", "Getauft - und was nun?", "Christus ist dein Leben!", "Die besten Freunde, die man je gehabt hat" und "Die Mission".

Dem Studienleiter wird geraten, für die Studie eine Zeit und einen Ort zu wählen, an dem eine angenehme und entspannte Atmosphäre ist. Die Dauer wird auf mindestens 2 Stunden festgelegt, wovon 3/4 für die eigentliche Studie und 1/4 für eine lockere Unterhaltung, Erfrischungen usw. verwendet werden soll. Ferner soll eine Bibel bereitgehalten werden, die dann (scheinbar spontan) als Geschenk überreicht werden soll.

Mit der sich im Verlauf der Studie immer wiederholenden Frage "Was hast du hier über Jesus gelernt?" wird der Lernerfolg abgeprüft. Nach jeder Studie sollen ausgewählte Bibelstellen als "Hausaufgabe" von der neugeworbenen Person selbständig gelesen werden. Es soll genau nachgefragt werden, ob die Bibelpassagen, wie versprochen (!), gelesen worden sind. "Lobe sie oder mach ihnen klar, wie wichtig es ist, dass sie die Initiative ergreifen und sich Mühe geben."

Immer wieder soll nach dem die Studie beendenden Gebet ein Folgetermin ausgemacht werden.

Die Lektion zum "Wort Gottes" muss zu den folgenden Schlussfolgerungen führen:

  • Alle Schrift ist von Gott inspiriert.
  • Wir müssen sie auf unser Leben anwenden.
  • Das Wort ist aktuell.
  • Es gibt keine private Interpretation der Bibel.
  • Die Bibel ist die absolute und verständliche Wahrheit.
  • Intellektueller Glaube ist nicht genug.
  • Ernsthaftigkeit ist nicht gleich Wahrheit.
  • Religiöse Menschen können im Unrecht sein.
  • Halte dich nicht an Traditionen oder Glaubensbekenntnisse.

"Sie müssen eine Entscheidung fällen, dass die Bibel von Gott ist, dass sie der absolute Maßstab ist und dass sie sie so gebrauchen sollen - nicht Gefühle, Traditionen, religiöse Führer, Eltern, Erfahrungen etc."

Schließlich wird nach dieser Lektion geraten, das Studium schneller voranzubringen. In der anschließenden Studie "Jüngerschaft" verengt sich der "Lehrstoff" auf die zentrale Frage: "Bin ich ein Jünger, Christ und Gerettet?" Die Antwort ist an dieser Stelle immer ein deutliches "Nein", aber es gibt einen Weg dorthin zu gelangen. Wie dieser Weg aussehen muss, steht natürlich schon fest.

Nun ist es auch an der Zeit zu klären, welche Haltung die neugeworbene Person bezüglich "Verfolgung" einnimmt. Zunächst wird die biblische Verfolgung als "Normalität" dargestellt. "Jeder Christ wird irgendwann einmal verfolgt werden." Gottes Wunsch ist nach Meinung der ICOC, dass uns Verfolgung veredelt, stark und reif macht. Der Wunsch von Satan hingegen sei, dass Verfolgung uns ängstlich und misstrauisch macht und viele Zweifel in uns auslöst. Abschließende Frage: "Bist du bereit, verfolgt zu werden? - Vergiss nicht: "Alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden."

Bald nach dieser Studie geht es dann zur Sache. Das Leiden und der Tod Jesu am Kreuz wird zum Gegenstand dieser zentralen Lektion. Anhand eines pseudomedizinischen Berichts wird eine tiefe Betroffenheit erzeugt. „Jesus ist wegen Deiner Sünden am Kreuz gestorben“ – so wird eine persönliche Verantwortung konstatiert. Die Lösung dieses Dilemmas ist die „Taufe“ in der ICOC, denn nur dann wird auch diese Schuld vergeben. Hier wird auf eine perfide Weise ein Mensch tief religiös verletzt und gebrochen. Diese Schuld wiegt schwer. Wenn dann noch ein „passendes“ Video von der Kreuzigung Jesu gezeigt wird (das Video ist sehr realistisch gemacht), bleibt dem neugeworbenen Menschen keine Wahl, als sich von dem Taufdruck zu befreien und die Entscheidung zu treffen, endlich „Christ“ werden zu wollen. Es ist anzuzweifeln, dass diese Entscheidung wirklich aus freien Stücken getroffen wird. Einige Aussteiger berichten, sie haben dann schnell einer baldigen Taufe zugestimmt, um endlich aus dieser Situation herauszukommen und sich von dem Druck zu befreien.

Nach der Taufe werden sog. "Nacharbeitsstudien" durchgeführt. Dazu dient die sog. "Studienhilfe Tiefe Überzeugungen/Deep Convictions").

Das sog. Bibelstudium der ICOC folgt also einem festgelegten Verfahren. Nichts ist dem Zufall überlassen. Eine kritische Auseinandersetzung über die Inhalte ist nicht einmal ansatzweise denkbar. Häufig sind die Mitglieder der ICOC mit kritischen Fragen völlig überfordert und geraten in einen Erklärungsnotstand. Die Vorgaben für die Studienleiter zielen auf eine Manipulation des neuen Mitglieds ab. Während des Bibelstudiums ist der Neue stets alleine und somit nicht in der Lage, sich mit anderen Neuen auszutauschen.

Gerade Menschen, die noch keine oder nur wenig Erfahrungen mit der Bibel gemacht haben, können kaum erkennen, nach welchen Gesetzen das Bibelstudium folgt. Die private, freundschaftliche und auch lockere Atmosphäre rund um diese Studien lässt dem gutgläubigen Menschen zunächst auch keinen Anlass für Bedenken oder Zweifel.

Nach vielen Aussteigererfahrungen ist in jedem Fall bei den Bibelstudien der ICOC höchste Vorsicht geboten. Glücklicherweise funktioniert die Maschinerie der „Jüngermacher“ nicht immer perfekt, sodass ein aufmerksamer Mensch schon mal Widersprüchliches erfährt und bei Nachfragen keine zufriedenstellenden Antworten bekommt.

Helmut Schmidt, Juli 2001

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Wie wird man Mitglied der ICOC?

Die ICOC hat sich in Deutschland als eingetragener Verein formiert. Diese „weltliche“ Organisationsform verlangt die Definition von Aufnahmekriterien. In der Satzung (nicht mit der Bibel zu verwechseln!) ist festgeschrieben, dass eine Aufnahme in den Verein dann erfolgt, wenn

  • die Lehren der Bibel angenommen wurden,
  • eine Taufe durch die ICOC erfolgt ist und
  • der Vorstand einen Beschluss gefasst hat.

Eine schriftliche Beitrittserklärung, wie man sie in jedem anderen Freizeit- oder Sportverein abgeben muss, wird bis heute in der ICOC nicht verlangt. Im Zweifelsfall ist eben ein Kriterium nicht erfüllt und der Aussteiger ist nie „Mitglied“ gewesen.

Eine ordnungsgemäße und nach dem deutschen Vereinsrecht übliche Mitgliederverwaltung findet nach meinen Recherchen bis heute nicht statt. Dies steht im Gegensatz zur Existenz eines „Verwaltungsbüros“ der Berliner Gruppe in der Wolframstraße 43, 12105 Berlin. Dies wird meiner Meinung nach vorrangig zur Personalverwaltung dienen (z.B. Führen und Pflege der Gehaltslisten).

Viele Geworbene Mitglieder bzw. Anhänger der ICOC dürften sich (lange) nicht bewusst geworden sein, auch Mitglied in einem Verein geworden zu sein. Eine Vereinsmitgliedschaft ist mit Rechten und Pflichten verbunden. Zu den Rechten gehört auch, die Satzung des Vereins einsehen zu können. Normalerweise erhält das potentielle Mitglied in einem seriös arbeitenden Verein die Satzung noch vor der Aufnahme (im Fall der ICOC also vor der Taufe!).

Ein Sportverein beispielsweise, der nur von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern geleitet wird, erhebt üblicherweise Mitgliedsbeiträge. Zu prüfen wäre, ob es sich bei der wöchentlichen Abgabe (sog. Kollekte) nicht vielmehr um versteckte Mitgliedsbeiträge handelt. Schließlich wird die Arbeit der leitenden Mitglieder des ICOC-Vereins daraus zu 100 % finanziert. Ohne diese Gelder könnten keine Gehälter gezahlt werden, wären keine Mietverträge abgeschlossen worden usw.

Letztlich steht und fällt das organisatorische Gerüst der ICOC-Vereine mit den regelmäßigen und planbaren (!) Zahlungen der Mitglieder (dazu auch: ICOC - Göttlich inspirierte ABM)..

So schnell wie man Mitglied in der ICOC wird, kann man auch wieder „ausgestoßen“ werden. Die Gründe dafür findet man aber nicht direkt in der Satzung, sondern werden aus der Bibel hergeleitet. Liegt vereinsschädigendes Verhalten vor, wenn Mitglied Sex vor der Ehe hatte, zu wenig Leute zum Gottesdienst einlädt, einen Sektenbeauftragten aufsucht, sich Informationen aus den Medien über die ICOC besorgt und auch kritisch liest oder gar ein Flugblatt von ehemaligen Mitgliedern entgegennimmt?!

Letztendlich wird über den Ausschluss von Mitgliedern hinter deren Rücken entschieden. Es scheint den Vertretern der ICOC lästig zu sein, sich an „weltliche“ Umgangsformen zu halten. Auch wenn jedes Jahr, nach Abschluss des Geschäftsjahres (!) den Mitgliedern die Einnahmen und Ausgaben des Vereins präsentiert werden, wirklich Einfluss nehmen kann wohl keiner. Der Verein ist fest in der Hand der Führungskader, die natürlich stets wiedergewählt werden (müssen). Sonst stünde der eine oder andere vielleicht (eine Zeit lang) ohne Arbeit da.

Helmut Schmidt, 21.3.2001

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Wie funktioniert das „Bibelstudium“ in der ICOC?

Das sog. „Bibelstudium“ ist der zentrale Bestandteil der Werbemethode der ICOC. Am Ende des Bibelstudiums steht die „Taufe“ in der ICOC, wobei vorher erfolgte Taufen (besonders Kindertaufen) nach der Lehre der ICOC nicht gültig sind, weil der Betreffende „nicht wie ein Jünger Jesu gelebt hat“. Die Definition eines solchen „Lebensstils“ wird von der ICOC vorgegeben und ist weltweit identisch (siehe auch „Veränderungen“).

Dem Interessenten wird im Regelfall unmittelbar nach dem (ersten) Besuch eines „Gottesdienstes“ oder eines „Bibelkreises“ angeboten, die „Bibel und Gott kennenzulernen“. Auch bereits getaufte katholische und evangelische Christen müssen das strukturierte Studium durchlaufen. In der Sprache der ICOC „wird eine Studie eingerichtet“. Allerdings werden sich niemals zwei oder mehrere neu geworbene Personen in der gleichen „Studie“ wiederfinden. Dem „Bibelstudenten“ sitzen dann regelmäßig (mehrmals in der Woche) bis zu 3 Mitglieder gegenüber, wobei die „Studien“ stets gleichgeschlechtlich durchgeführt werden.

Fast immer wird die erste Kontaktperson am Bibelstudium teilnehmen und versuchen, eine tiefergehende Beziehung einzugehen („tiefe Freundschaft bauen“). Häufig ist dieser „Freund“ bzw. diese „Freundin“ nach der Taufe dann auch der Jüngerschaftspartner.

Das Studium folgt einem vorgegebenen Muster, einer Art Gebrauchsanleitung zum „Jüngermachen“. In München gab es ein Brevier mit dem Titel „Grundlagen der Bibel/Anker des Lebens“. In Berlin hieß diese schriftliche Anweisung „Machet zu Jüngern“. Angeblich sollen diese Schriften nicht mehr verwendet werden. Es wird offensichtlich an einem neuen Konzept gearbeitet, wobei es jedoch bei klaren Vorgaben bleiben wird.

Zum Nacharbeiten werden während jeder Sitzung, die durchaus mal mehrere Stunden dauern kann, Notizen durch die Mitglieder für den Neugeworbenen angefertigt. Dabei handelt es sich um Bibelstellen und Lehraussagen der ICOC. Zur Auflockerung wird zwischendurch in kleinen Pausen gegessen und getrunken, zuweilen werden auch Karten gespielt.

Der Neue wird aufgefordert, bestimmte Bibelstellen selbst laut vorzulesen und dann zu sagen, wie er diese Stelle für sich bzw. sein Leben anwenden könnte. Unterscheidet sich die Interpretation bzw. Auslegung von der Lehrmeinung der ICOC, wird der Neue „im Glauben belehrt“ und muß die Interpretation der ICOC übernehmen und akzeptieren. Diskussionen sind nicht erwünscht und daher kaum möglich. Sind die „Studienleiter“ (häufig auch noch sehr unerfahren und unreif) mit dem Neuen überfordert, wird die Sitzung auch mal abgebrochen und zum nächsten Termin ein erfahreneres Mitglied (bis hin zum Gemeindeleiter) hinzugezogen. Dies wird besonders in den Fällen praktiziert, in denen der Neugeworbene (s)eine eigene Meinung vertritt und die Interpretation der ICOC anzweifelt (weil er sich vielleicht bereits vorher mit der Bibel befasst hat).

Die Studieninhalte sehen im „Normalfall“ wie folgt aus: Das Wort Gottes, Wer ist Gott, Wer ist Jesus, Gemeinde, Jüngerschaft, Kosten überschlagen, Das Kreuz, Verfolgung, Taufe. Am Ende eines solchen „Studiums“, daß durchaus in wenigen Tagen durchlaufen werden kann, steht die Taufentscheidung. Eine der entscheidenden Lektionen ist die sog. Kreuzstudie. Hier wird dem Neuen eindringlich vermittelt, das „Jesus wegen dessen Sünden am Kreuz gestorben ist“ (das nach der Bibel Jesus FÜR die Vergebung der Sünden sein Leben gelassen hat, sieht die Lehre der ICOC offensichtlich nicht vor). Es wird also ein persönliches Schuldbewußtsein erzeugt. Aussteiger berichten immer wieder, daß hier die Persönlichkeit „gebrochen“ wird. Man sieht als einzige Möglichkeit aus diesem „Dilemma“ wieder herauskommen zu können, nur noch den Weg, als Jünger Jesu in der ICOC zu leben und sich baldmöglichst taufen zu lassen. Die ICOC hat dann ihr Ziel erreicht.

In der sog. „Studienhilfe“ der ICOC unter dem Titel „Tiefe Überzeugungen“ (Deep Convictions) aus Jahr 1991 kann der folgende „Schlüssel zum Jüngermachen“ nachgelesen werden:

1. „Bete. Verlaß dich nicht auf deine eigenen Kräfte. Baue auf Gott. Jesus wußte, daß er nichts von sich selbst aus tun konnte und wir müssen genau dieses Prinzip verstehen (Johannes 5:19).

2.  Mach das Beste aus jeder Möglichkeit. Egal, ob du einkaufen gehst, ob du weggehst, in einem Restaurant ißt oder Nachbarn besuchst, suche nach Wegen, um Freundschaften zu knüpfen und dein Leben mitzuteilen (Kolosser 4:2-6).

3.  Zeige Gastfreundschaft. Lade Leute zu dir nach Hause ein, iß mit ihnen, diene ihnen, zeige ihnen dein Interesse an ihrem Leben (Hebräer 13:2). Sei wie Jesus ein „Freund der Sünder“ (Matthäus 11:19).

4.  Studiere. Entscheide dich, die Schrift kennenzulernen, so daß du sie richtig anwenden lernst und anderen helfen kannst, Gottes Willen für ihr Leben zu erkennen (2.Timotheus 2:15). Schließe dich den angebotenen Studienprogrammen in deiner Gemeinde an. Rüste dich selbst aus, um Jünger machen zu können.

5.  Gehe mit Freude (Philipper 4:4). Als Kind Gottes bist du unglaublich gesegnet. Genieße das Leben. Genieße deine Beziehung zu Gott. Zeig dies den anderen. Menschen fühlen sich zu denen, die Freude ausstrahlen, einfach hingezogen.“

Meine Meinung dazu:

Die ICOC redet hier selbst von „Studienprogrammen“, die von der ICOC in den USA zur weltweiten Verbreitung vorgegeben werden. Wenn also die Beschäftigung mit den Inhalten der Bibel auf einem speziellen Programm basiert, kann nicht die Rede davon sein, daß der „Glaube in der Bibel definiert wird“ (Astrid Herrmann, Pressesprecherin in einem Interview am 5.9.1996 in TIP - TV - Rubrik „Der dicke Hund der Woche“). Schon gar nicht kann das dann „für jeden die ganz persönliche eigene Entscheidung, für sich den Glauben zu definieren“, sein (Astrid Herrmann, ebenda).

Solange die Bibel durch die „Studienprogramme“ der ICOC instrumentalisiert wird, kann ein freies und auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtetes, „Bibelstudium“ nicht stattfinden. Im Grunde genommen wird der Interessent durch die „Laien- und Freizeit-Missionare“ bevormundet und seine Bedenken zw. Kritik nicht wirklich ernst genommen. Massiv verletzend wird die ganze Sache, wenn beispielsweise langjährig aktiven evangelischen Christen vermittelt wird, sie seien keine richtigen Christen und können es eben nur werden, wenn sie sich der ICOC und ihrer konfliktträchtigen Ideologie anschließen.

Helmut Schmidt, 8. März 2001

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Warum gibt es in der ICOC Single - Wohngemeinschaften?

Nach Lehre der ICOC bietet das (enge) Zusammenleben in Wohngemeinschaften (WG) „Schutz“ und begünstigt bei den Bewohnern die „Stärkung des Glaubens“. In der ICOC werden zwei Typen von gleichgeschlechtlichen WG unterschieden: die Studenten-WG und die Berufstätigen-WG. Erst nach der Verheiratung innerhalb der „Gemeinde“ ist das Zusammenwohnen mit dem anderen Geschlecht möglich.

Spätestens nach der Taufe wird das Thema Wohnen deutlich (vom Jüngerschaftspartner) angesprochen. Davor hat der bisher Alleinlebende (oder aber noch im Elternhaus oder einer WG außerhalb der ICOC) mehrfach Gelegenheit, einen Einblick in die WG der ICOC zu bekommen. Regelmäßig finden Parties, Video- oder Spieleabende usw. in diesen WG statt.

Eine typische Männer oder Frauen-WG sieht in Deutschland wie folgt aus:

  • die Wohnung wurde eigens zur Gründung einer Gemeinde-WG angemietet.
  • bisher Alleinwohnende (Hauptmieter) werden dazu gebracht, in ihrer Wohnung eine „Gemeinde-WG“ zu gründen, und wenn es nur eine 2er WG ist.
  • die Besetzung der WG ist nicht beliebig, sondern wird in Absprache mit der Leitung festgelegt.
  • es gibt häufig einen gemeinsamen Schlafraum (für bis zu 6 Personen).
  • Zimmer (auch Bad und WC) sind häufig nicht verschließbar (Gefahr: z.B. heimliche Selbstbefriedigung während der Körperpflege).
  • in vielen Fällen hat der einzelne Mitbewohner kein eigenes Zimmer; eine Privatsphäre oder auch Intimsphäre wird kaum respektiert.
  • der Tagesablauf ist verbindlich geregelt und absolut an den „Gemeindeaktivitäten“ ausgerichtet.
  • es gibt eines „WG - Ältesten“; i.d.R. ein langjähriges und „geistig in der ICOC gewachsenes“ Mitglied (es werden Sonntags sog. Familienzeiten abgehalten).

Der Individualität des Einzelnen wird in dieser Art von Wohngemeinschaften kein großer Raum gelassen. Wer auf einen persönlichen „Bereich“ beharrt, wird als „Selbstsüchtig“ disqualifiziert. Das Leben in der Nachfolge Jesu (nach Lehre der ICOC) verlangt neben der „Aufgabe“ eigener Interessen auch das Zurückstellen bzw. Aufgeben von Bedürfnissen nach individueller Freiheit zu Gunsten der Extremgemeinschaft.

Ganz deutlich wird dies, wenn man sich bewußt macht, daß die Mitglieder in diesen Gemeinde-WG einer absoluten Kontrolle ausgeliefert sind. Mangelhaftes Bibelstudium, oberflächliches Beten, langes Schlafen, Vernachlässigung von Putz- oder Kochdiensten oder Selbstbefriedigung kann nicht unerkannt und vor allen Dingen ungestraft bleiben. Die Disziplinierung erfolgt durch den Jüngerschaftspartner und in hartnäckigen Fällen durch die „Gemeindeleitung“.

Problematisch wird es, wenn ein (zahlendes) WG-Mitglied aus der ICOC aussteigt und vielleicht sogar der Hauptmieter ist.

Vor den Mitwohnangeboten in den Wohngemeinschaften kann ich aus meinen Erfahrungen heraus nur warnen.

(H.Schmidt im März 2001)

Wie finanzieren sich die Internationalen Gemeinden Christi in Deutschland?

Nach unseren Recherchen bzw. unserer Schätzung werden aus den Vereinsmitteln (die sich überwiegend aus der sog. Kollekte, die wöchentlich kassiert wird, zusammensetzen) 20 bis 30 hauptamtlich tätige (in Voll- und Teilzeit) finanziert. Die Vergütungen (Gehälter) erlauben es, recht gut versorgt für die „Gemeinde“ tätig sein zu können. Es ist anzunehmen, daß der Leiter Dean Farmer zu den Spitzenverdienern gehört. Farmer hat kürzlich ein Haus in einer guten Lage in Berlin bezogen. Der Anteil der Ausgaben für „Personal“ liegt schätzungsweise immer noch bei mehr als 80 %. Nicht unwesentliche Beträge müssen daneben für Raummiete und Telekommunikation aufgewendet werden. Während meiner Mitgliedschaft 1995 wurde mir gesagt, daß im Monat mindestens 30.000 DM über die Kollekte „reinkommen“ müssen, damit alle Ausgaben gedeckt sind. Damals hatte die Berliner Gemeinde nicht mehr als 150 Mitglieder.

Im Jahr 1998 schlug die ICOC einen anderen organisationstechnischen Weg ein: die drei bundesdeutschen Vereine wurden unter dem Namen des Berliner Vereins verschmolzen. Nunmehr ist Dean Farmer der Vorsitzende des Vereins „Gemeinde Jesu Christi Berlin e.V.“ (Ein Antrag auf Namensänderung wurde gestellt: Internationale Gemeinde Christi e.V.) und damit verantwortlich für rund 700 Mitglieder in Berlin, Düsseldorf, Köln und München. Mit dieser Verschmelzung wurden auch die „Kassen“ der Vereine zusammengefaßt. Nach unseren Schätzungen dürften die gesamten Umsätze bei mittlerweile 1,5 bis 2,0 Millionen DM jährlich liegen.

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Jüngerschaftspartner - Freund oder Informeller Mitarbeiter?

In der ICOC wird das Prinzip des "Discipling" (deutsch: bejüngern) vertreten. Jedes neue und getaufte Mitglied bekommt noch am Tag der Taufe seinen (gleichgeschlechtlichen) Jüngerschaftspartner zugewiesen. Dabei handelt es sich meistens um die Person, die das neue Mitglied angeworben hat. Auf jeden Fall muß sich der Jüngerschaftspartner (oder Discipler = Hirte) schon einige Zeit in der Gemeinde bewährt haben, d.h. eine gewisse "geistliche Reife" muß erkennbar sein. Die Entscheidung darüber wird selbstverständlich von der Gemeindeleitung getroffen bzw. genehmigt.

Da das neue Mitglied als "Babychrist" gilt, der geistlich noch sehr wachsen muß, ist es eine besondere Aufgabe, als leitender Jüngerschaftspartner eingesetzt zu werden. Direkt nach der Taufe beginnt dann auch eine Fortsetzung bzw. Vertiefung des Bibelstudiums. In der Vergangenheit wurde dazu eine Studienhilfe mit dem Titel "Tiefe Überzeugungen" (nach Deep Convictions von einem Thomas Jones/USA) eingesetzt. Diese "dreizehnwöchige Studienhilfe" ist "speziell für den neuen Jünger, der ein starkes Leben in Christus aufbauen möchte" und wurde 1991 von Mitgliedern der Berliner Gemeinde ins Deutsche übertragen.

Zum Thema Jüngerschaftspartner heißt es dort: "(...) 4. Baue eine gute Beziehung zu einem "älteren" Christen (Anm.: gemeint ist hier natürlich nur ein Mitglied der Gemeinde), damit er deine Fortschritte mitverfolgen und dich ermutigen kann, während du dies alles studierst. Nutze jede Hilfe, die du bekommen kannst. Sei darum bemüht, gleitet und korrigiert zu werden. Die kritischen Fragen, die du ausstudieren wirst, werden dir kraftvolle Überzeugungen für den Rest deines Lebens geben, Gib also dein Allerbestes. (...).

Der Jüngerschaftspartner (resp. die Jüngerschaftspartnerin) soll der beste Freund/die beste Freundin sein. Es wird eine enge persönliche Beziehung aufgebaut, die allerdings recht einseitig vom leitenden Part bestimmt sein wird. Vertrauensvoll wird der neue Jünger alles, was ihn bewegt, also seine Zweifel, seine Ängste, seine Schwierigkeiten aber auch seine Kritik und sein Unbehagen über Dinge, die in der Gemeinde geschehen, seinem besten Freund erzählen. Er wird auch davon ausgehen, daß diese z.T. sehr intimen Details unter Freunden bleiben. Leider wird von jedem Aussteiger/jeder Aussteigerin immer wieder bestätigt, daß dies nicht der Fall ist. Es findet ein regelrechter Vertrauensbruch und Vertrauensmißbrauch statt. Der Jüngerschaftspartner wird alle für die Einschätzung des neuen Jüngers maßgeblichen Informationen an seinen Bibelkreisleiter oder direkt an den Gemeindeleiter weitergeben. Dazu finden regelmäßig sog. Leitertreffen statt. Hier wird hinter verschlossenen Türen über problematische Fälle gesprochen und die Jüngerschaftspartner erhalten Anweisungen, wie mit dem betreffenden neuen Mitglied zu verfahren ist. Besonders, wenn erkennbar wird, daß sich ein Mitglied mit Gedanken trägt, die Gemeinde zu verlassen, wird schnell eingegriffen. Durch z.T. exessives Bibelstudium versucht der Jüngerschaftspartner den vom Abfall bedrohten wieder auf Kurs zu bringen. Diese Maßnahme hat zuweilen einen stark autoritär disziplinierenden Charakter.

Dieses Prinzip wird über die ganze Dauer der Mitgliedschaft beibehalten. Häufig merken die Mitglieder nicht, was dort hinter ihrem Rücken geschieht.

Kommt es häufiger zu Problemen, dann wird schnell der Jüngerschaftspartner ausgetauscht. Verliert ein Jüngerschaftspartner trotz Intervention ein Mitglied durch "Abfall", ein neuer Aussteiger ist geboren, so muß auch dieser wiederum durch seinen Jüngerschaftspartner mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen.

Kritisch betrachtet sind die Jüngerschaftspartner nicht in der Lage psychische Krisen zu erkennen und geschweige denn adäquat abzufangen. Gerade die selbsternannten Leiter in der ICOC nehmen ihre Verantwortung nicht ernst und verteidigen immer wieder das regide und völlig unbiblische System der "Jüngerschaft", wie sie von der ICOC praktiziert wird.

Der Jüngerschaftspartner ist von Anfang an kein wirklicher Freund, sondern ein informeller Mitarbeiter, der das ihm anvertraute Mitglied dem unmenschlichen System der ICOC ausliefert. Jeder hat einen Jüngerschaftspartner - nur der geistige Führer der ICOC, Kip McKean nicht.

Helmut Schmidt

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Wer ist  der Führer der ICOC?

Kip McKean - zur Person

Thomas W. (Kip) McKean wurde am 31. Mai 1954 in Indianapolis als Sohn eines Admirals der US-Navy geboren. Er studierte an der Universität von Florida und lernte dort die „Crossroads-Church-of-Christ“(CCoC) kennen. Stark von Chuck Lukas (Gründer der CCoC) indoktriniert versuchte McKean nach Abschluß seines Studiums (1975) eine eigene Gemeinde im studentischen Umfeld zu etablieren. In dieser Zeit war McKean auch in der „Heritage Chapel Church of Christ“ in Charleston als Evangelist aktiv. Wegen seiner „unbiblischen Lehren“ wurde er 1977 dort entlassen. Neben der Kritik an seinem „Sündenbekenntnis“ wurden ihm „betrügerische Lehren“ „Anpassungs-druck“ und „Einschüchterung“ vorgeworfen.

Im Jahr 1979 wurde McKean dann Pastor und Universitätsprediger der „Lexington Church of Christ“(LCoC) in Massachusetts. Gründungstag der Boston-Bewegung und späteren ICOC war der 1. Juni 1979. Kip McKean übernahm die LCoC und verlangte von den Mitgliedern sich als „Bekenntnis zur Umkehr“ neu taufen zu lassen. Bei der Hälfte der Gemeinde konnte McKean dies erreichen, die andere Hälfte trat aus. Lexington ist ein kleiner Vorort von Boston - „als äußeres Zeichen einer Verwandlung benannte sich die Gemeinde in „Boston-Church-of-Christ“ um. Einer der führenden „Evan-gelisten“ (Lead-Evangelists) wurde später Al Baird.

Im „Boston Bulletin“ vom 7.1.1990 heißt es: Al Baird glaubt: „God has certainly raised up the McKeans to built the Boston-Church and the movement“

„Gott hat gewiß die McKeans gesandt, um die Boston-Church und die Bewegung zu bauen“

McKean wird von den Mitgliedern der Bostonbewegung sehr bewundert. Man soll ihn bedenkenlos als Vorbild sehen, es bestehen keine Zweifel an seiner Loyalität oder Kompetenz. Er wirkt in seiner Autorität unantastbar.

Ihm nachzueifern, ihn zu imitieren (wie es im Sprachgebrauch der ICOC heißt), ist Ziel und Auftrag zugleich. McKean wird vielfach als stark charismatischer und fanatischer Vertreter seiner Ansichten über das wahre Christentum beschrieben. Er lebt in gutsituierten und abgesicherten Verhältnissen. Sein Kapital sind seine „rank an file disciples“ - die „Mannschaften“ (um dem militärischen Sprachgebrauch zu folgen), die mit ihrer Kollekte das Full-Time-Engagement von McKean ermöglichen.

McKean leitet seit 1990 die „Los Angeles Church of Christ“ (ca. 8200 Mitglieder und rund 14.000 Besucher der Gottesdienste) an mehreren Orten in LA. Die LA-Church-of-Christ ist seit 1990 das „Flagschiff“ der ICOC.

Die Wohnverhältnisse haben sich 1998 verändert: McKean residiert in einem 480.000 Dollar-Haus über den Pacific-Palisades, einer der wohlhabensten Gegenden in Süd-Kalifornien (aus Internet: www.scf.usc.edu - „Where does the money really go?“ vom 2.2.2000). Aus der Biografie von McKean geht nicht hervor, daß er zu irgendeiner Zeit in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis gestanden hat. Von der Universität direkt an die Spitze einer religiösen Extremgruppe. Es kommt bei einer kritischen Betrachtung nicht darauf an, ob sich McKean an seinen „Jüngern/Anhängern“ persönlich bereichert. Das besondere Augenmerk sollte auf die Schaffung von gefährlichen psychischen Abhängigkeiten gerichtet sein. Abhängigkeiten, die in der ICOC bei einer Vielzahl von Mitgliedern zwangsläufig entstehen. Das rigide und autoritäre System öffnet dem Tür und Tor.

Den Web-Sites von REVEAL kann im April 1999 entnommen werden: „Im Januar 1998 signalisierte McKean eine Veränderung in seinen Schwerpunkten. Offenbar durch die große Zahl der Aussteiger („fallaways“) gestört, wies er seine „Führungsetage“ an, sich weniger auf das Anwerben von neuen „Jüngern“ zu konzentrieren, sondern mehr auf die Bedürfnisse, die die bereits rekrutierten Mitglieder haben“.

Ich habe Kip McKean nie getroffen...

Kip ist der Führer der ICOC. Ich habe Kip nie getroffen, aber doch wieder bin ich ihm begegnet. Wenn du auf einen überzeugten Anhänger der ICOC triffst, dann triffst du Kip. So wie Kip sein zu wollen, ist sein wie Jesus. So wie Jesus sein zu wollen, ist sein wie Kip. Seit Kip die Bewegung führt, glaubt man, daß er der spirituellste Mann auf der ganzen Erde ist. Ordne dich Kip unter, nur dann kannst du mehr wie Jesus werden. Seine Anhänger wollen Sprechen, Gehen, Denken - wie Kip sein. Doch sie werden sich dessen nicht bewußt. Sie werden belehrt, ihren Jüngerschaftspartner zu imitieren. Dieser imitiert seinen Jüngerschaftspartner und so weiter. An der Spitze der Pyramide steht Kip.  Ich habe Kip nicht getroffen - ich war 3 Jahre lang Kip.“
aus dem Internet - McKean’s Mafia-Spiritual Abuse Victims (Cult)

McKean weist gerne ausdrücklich darauf hin, daß er und die anderen Leiter der Bewegung exklusiv von Gott ausgewählt worden sind. Daraus folgerte er am 17.3.1994 während des Indianapolis Meeting an seine Anhänger gewandt: „Sich gegen Gottes Leiter auflehnen, heißt sich gegen Gott aufzulehnen!“ und „Gott hat die Leiter bestimmt und du hast dich ihnen unterzuordnen.“ Bereits 1987, auf einem Seminar in Boston, stellte er klar: „Wenn dich dein Jüngerschaftspartner dazu auffordert, etwas zu tun, was Deinem Gewissen widerspricht, hast du nur eine Pflicht: Studiere es aus und ändere deine Meinung im Gebet.“

So wie Kip McKean sein, heißt also in der ICOC wie Jesus sein. Diese Vermischung von geistlicher Leitfigur und weltlicher Führerperson begegnet einem immer wieder in der Ideologie der ICOC. Ohne seine „Inspiration“ im Jahre 1982 hätte es McKean wohl nicht geschafft, seine radikale und autoritäre Auffassung von Christsein an seine Gefolgsleute verkaufen zu können. Und genau diese fanatischen „Jünger“ nehmen McKean alles ab, völlig egal ob Jesus so jemals gehandelt hätte und ob davon auch nur ein Buchstabe in der Bibel zu finden ist.

Ich persönlich habe Kip McKean nie „leibhaftig“ zu sehen bekommen. Das ist aber nicht besonders tragisch: Dank der vielen Kopien ist es möglich, etwas von der bedingungslosen Radikalität im Auftreten spüren zu können. In Deutschland kann man z.B. auf das „Abziehbild“ Randy McKean, dem kleinen Bruder von Kip, stoßen. Er ist ein Garant für autoritäres Geschrei wenn es darum geht, der Masse mangelnde Demut, Opferbereitschaft oder Unterordnung vorzuwerfen. Mag sein, daß dieses Gehabe typisch amerikanisch ist - mich spricht diese Art des zwischenmenschlichen Umgangs von Führern und Untergebenen in keiner Weise an. In einer ernsthaften Glaubensgemeinschaft ist dies zudem völlig fehl am Platz.

Aus: Axel P., Menschenfischer, Seite 58/59, 5. Auflage, Sommer 2000

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Gibt es eine Informationspolitik?

Seit geraumer Zeit hat die ICOC in Deutschland auch eine „Pressesprecherin“. Die in Berlin wohnhafte Astrid Herrmann übt dieses Amt mindestens seit 1996 aus. Allerdings kann man leider nicht davon ausgehen, daß alle Anfragen positiv beantwortet werden. Die Informationspolitik der ICOC ist sehr restriktiv. Besonders kritisch recherierende Journalisten haben kaum eine Chance immer zufriedenstellende Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.

Im Sommer 2000 läßt sich jedoch eine gewisse „Öffnung“ erkennen, zumindestens gegenüber der AussteigerInnen-Gruppe in Berlin. Ob und was dabei herauskommt, bleibt abzuwarten.

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Wann ist die Boston-Bewegung nach Deutschland gekommen?

Etwa 9 Jahre nach der Formierung (Gründung) der Boston-Church, wurde 1988 ein „Missionsteam“ nach München geschickt. Es wurde ein eingetragener Verein unter dem Namen „Gemeinde Christi München e.V.“ gegründet und schon gingen die „Jünger Kip McKeans“ auf die Straße, um neue Mitglieder anzuwerben. München wurde damals zu einer „Pfeilergemeinde“ (bzw. Strategic City) erklärt, denn von hier aus sollte (zunächst) ganz West-Deutschland missioniert werden. Nach dem Fall der Mauer machten sich einige Dutzend Münchener Mitglieder auf den Weg nach Berlin. 1991 wurde im Vereinsregister des Amtsgerichts Charlottenburg ein Verein unter dem Namen „Gemeinde Jesu Christi Berlin e.V.“ eingetragen. Nach Marty Wooten, wurde Dean Farmer als Vereinsvorstand bzw. „Gemeindeleiter“ eingesetzt. Zunächst mietete sich die „Gemeinde“ in einer Tanzschule ein. Dort fanden die sonntäglichen Gottesdienste statt. Schnell erklärten die „Strategen“ der ICOC (ferngesteuert und anfangs finanziell unterstützt aus den USA) die Studenten an allen Universitäten der Stadt Berlin zur Top-Zielgruppe. Ungefähr 2 Jahre später wechselte man von der Schöneberger Tanzschule in das ehemalige Gewerkschaftshaus in Berlin-Mitte. Hier standen zwei größere Säle (allerdings mit dem morbidem Charme der vergangenen DDR) zur Verfügung. Im Jahr 1995 zählte der Berliner Verein rund 150 Mitglieder. Am Pfingstsonntag 1995 wurde dann in Düsseldorf ein weiterer Verein unter dem Namen „Gemeinden Christi Rhein-Ruhr e.V.“ aktiv. Unter der Leitung von Thomas Marks (Gemeindeleiter München) fand in einer großzügigen Wohnung in der Düsseldorfer Charlottenstraße der erste „Gottesdienst“ statt. Später dann wurde in Köln eine Dependance eingerichtet. Wieder waren es die Münchener, die ein Missionsteam auf den Weg ins Rheinland bzw. Ruhrgebiet geschickt hat. Heute stellen die Gemeinden in Düsseldorf und Köln den kleinsten Mitgliederanteil (ca. 120). Anfang 1996 war eine Gemeindegründung in Hamburg im Gespräch, die jedoch nicht erfolgt ist. Uns liegen Informationen vor, nach denen Hamburg heute, im Jahr 2000, wieder ins Visier genommen wurde. Die zuständigen Stellen in der Hansestadt warten schon auf die ersten Werberkolonnen.

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Folge ich Kip McKean oder Gott?

Diese drängende Frage beschäftigt immer mehr Menschen, die von der Boston-Church angesprochen und zu einem Bibelstudium "eingeladen" wurden. Gerade in Deutschland werden die wahren Hintergründe über Herkunft, Entstehung und Lehre (Ideologie) der International-Churches-of-Christ unterschlagen. Selbst auf den deutschen Internetseiten http://www.igchristi.org taucht der Name Kip McKean in keinem Zusammenhang auf.

Vor einigen Tagen hat sich eine junge Mutter (zwei Kinder) bei uns gemeldet. Sie klang sehr verzweifelt und verunsichert nachdem sie nähere Informationen aus dem Internet bekommen hatte. Ihre zentrale Aussage war: "Ich möchte Gott nachfolgen und nicht Kip McKean." Sie befand sich noch im Bibelstudium und war noch nicht getauft. Sollte sie am folgenden Tag zum Gottesdienst gehen oder besser nicht? Wie sollte sie sich gegenüber ihren Kindern verhalten, die offensichtlich ganz gerne in der "Kinderklasse" den Sonntag Nachmittag mit den Kindern aus der Gemeinde verbringen? Diese Frau hatte Angst vor den Anrufen und Besuchen, wenn sie nicht zum Gottesdienst geht.

Leider konnten wir ihr nicht mehr weiterhelfen, da sie nicht, wie verabredet an dem Sonntag um 13.30 Uhr (Beginn des Gottesdienstes) noch einmal angerufen hat. Ihre Telefonnummer wollte sie nicht herausgeben. Mich hat dieses Gespräch -kurz vor Mitternacht am Samstag- sehr betroffen, da ich deutlich die Verzweiflung und Verunsicherung dieser Frau gespürt habe. Mehrfach hat sie gesagt, sie wisse nicht mehr weiter. Vermutlich hatte sie auch Alkohol getrunken.

Am nächsten Tag habe ich der Pressesprecherin Astrid Herrmann auf ihren AB gesprochen und von dem nächtlichen Anruf berichtet. Mein Wunsch an die ICOC war, Menschen in solch einer Krisensituation nicht weiter zu bedrängen und die Distanzierung völlig zu respektieren. Natürlich habe ich auch ein wenig meinem Unmut darüber Luft gemacht, daß immer wieder durch die Gemeinde psychische Krisen erzeugt werden, die kaum telefonisch aufgefangen werden können. Es war schon ein ungutes Gefühl, als die Frau am Sonntag nicht angerufen hat. Sie wird wohl zum Gottesdienst gegangen sein - aber wollte sie das wirklich?!

Zwei Tage später habe ich dann noch eine Frau aus der Gemeinde angerufen (wir hatten vor einiger Zeit ein recht langes Telefongespräch) und sie (per AB) gebeten für mich nachzuforschen, ob es dieser Frau einigermaßen gut geht. Ich wollte einfach bestätigt wissen, daß sie wieder in der Gemeinde aufgetaucht ist und sich nicht etwa in ihrer spürbaren Verzweiflung etwas angetan hat.

Weder Astrid Herrmann noch die andere Frau aus der Gemeinde haben sich bei mir gemeldet. Das ist für mich eine weitere tiefe menschliche Enttäuschung und bestätigt mich in meiner Meinung über das Verantwortungsbewußtsein der selbsternannten Jünger Kip McKeans.

Helmut Schmidt

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Wo sind die Jünger von Kip McKean?!

Es ist eigentlich kein Geheimnis, man braucht nur zwei Zahlen zur Bildung einer beeindruckenden Differenz. Vorsichtig geschätzt muß es in der ICOC seit der Gründung 1979 weltweit rund 400.000 Taufen gegeben haben. Nach eigenen Angaben der ICOC (http://www.icoc.org) beträgt die Zahl der Mitglieder im Jahr 2000, also 21 Jahre danach, rund 120.000.

Nun drängt sich jedem kritischen Betrachter die Frage auf: Wo sind die übrigen 280.000 getauften "Jünger" geblieben?! Gestorben werden sie wohl nicht alle sein, denn die ältesten Mitglieder müssten im Durchschnitt um die 40 Lebensjahre auf dem Buckel haben.

Und wenn sie also nicht gestorben sind, so wird man mit absoluter Sicherheit sehr viele davon in den verschiedensten anderen Glaubensgemeinschaften (auch den renommierten) finden. Das ist wahrlich eine sehr interessante Erkenntnis. So trägt also die ICOC durch die ständige "Produktion" von AussteigerInnen (sicher ungewollt) zum Wachstum der von ihr abgelehnten und auch verteufelten "lauen Christen" bei. Sicherlich kehrt gerade in Deutschland mancher von der ICOC abgeworbene evangelische oder katholische Christ wieder in seine alte Gemeinde zurück.

Selbstverständlich sind die weiteren Lebenswege der hunderttausenden von AussteigerInnen sehr verschieden. So verschieden wie die Gründe für den Ausstieg. Glück für diejenigen, die eine neue (alte) christliche Heimat wiederfinden. Verschweigen darf man jedoch nicht, daß es auch Menschen gibt, die nach einer Extremerfahrung wie die als Mitglied in der ICOC, zunächst mit Gott, Bibel und Religion nichts mehr zu tun haben wollen. Nicht selten werden geistlich religiöse Empfindungen, wird das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung durch die Vereinnahmung und Manipulation in dieser christlichen Sekte nachhaltig gestört.

Für die Anhänger McKeans sind AussteigerInnen vom Glauben an Gott "abgefallen". Die wahren Gründe werden nicht hinterfragt und interessieren nicht wirklich. Jeglicher "Abfall" hat mit mangelnder Gottesliebe, Verfall in Sünde oder schlechten Einflüssen aus der "Welt des Teufels" zu tun. Das es gute Gründe gibt, die sich aus der unbiblischen Organisation der ICOC, der totalen Abgrenzung zu anderen Christen und der regiden Unterordnung unter die weltlichen Leiter herleiten lassen, wird schlichtweg ignoriert.

Den Verantwortlichen der ICOC sind Fälle, bei denen ehemalige Mitglieder von Selbstmordgedanken gequält werden, angeblich nicht bekannt. Wenn man sich nicht für die Schicksale der AussteigerInnen interessiert, kann nicht erfahren werden, was in der Lehre und Organisation der "Gemeinde" schiefläuft. Auf Kosten der vielen AussteigerInnen Erfahrungen in der Führung einer Glaubensgemeinschaft sammeln zu können, ist eine billige und unmenschliche Argumentation. Wohl denen, die nach dem Ausstieg wieder eine Basis mit Gott gefunden haben. Die anderen brauchen oft Hilfe!

Somit ist jeder Aussteiger, der durch das Erlebte in der ICOC in eine psychische Krise stürzt, ein Mensch zuviel, der durch die Praktiken der ICOC seelischen Schaden genommen hat. Ob das die Verantwortlichen der ICOC in ihrem Wahn, "die ganze Welt in einer Generation evangelisieren" zu wollen, jemals erkennen und verstehen werden (wollen)?!

Gebete alleine helfen da nicht.

Helmut Schmidt

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